USA: Unsere Erfahrungen mit Uber in Las Vegas und Miami (2024)

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Was ist Uber und wie funktioniert es?
  • 2 Die Vorteile von Uber in Las Vegas
  • 3 Unsere lustigsten, kuriosesten und interessantesten Uber-Fahrten in Las Vegas
  • 4 Alternativen zu Uber in Las Vegas: Busse, die Monorail, teure Taxis und Lyft
    • 4.1 Busse: Der Deuce on the Strip und der Strip Downtown Express (SDX)
    • 4.2 Die Einschienenbahn Monorail
    • 4.3 Teure Taxis und die Uber-Konkurrenz Lyft
  • 5 Update: Unsere Uber-Erfahrungen in Miami und Miami Beach
  • 6 Unser Fazit: Lohnt sich Uber in Las Vegas und Miami?
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Seien wir mal ehrlich: Das öffentliche Verkehrsnetz in Las Vegas ist miserabel ausgebaut. Es gibt nur Busse und die Einschienenbahn Monorail. Mit europäischen Millionenmetropolen wie London, Paris oder Madrid kann das Gambling-Paradies längst nicht mithalten. Für Las Vegas und viele weitere amerikanische Großstädte kam die Erfindung von Travis Kalanick und Garrett Camp deshalb genau richtig: Uber, eine Buchungs-App für günstige Taxifahrten.

Wir nutzten den Anbieter zehnmal in Las Vegas und wollen euch nun ausführlich darüber berichten. Weiter unten erzählen wir euch dann – als kleine Ergänzung – etwas über unsere 15 Fahrten in Miami.

Was ist Uber und wie funktioniert es?

Uber ist eine US-amerikanische Vermittlungs-App für die relativ preiswerte Personenbeförderung. Laut dem Unternehmen wird sie in mehr als 600 Städten und in über 77 Ländern genutzt. Ihr könnt sie im App Store (iOS) und im Google Play Store (Android) herunterladen.

Die Registrierung: Um euch einen Chauffeur via Uber buchen zu können, müsst ihr euch in der App oder auf der Homepage registrieren. Dies gilt sowohl für Fahrer als auch für Fahrgäste.

WLAN: Wer Uber nutzen möchte, braucht unbedingt Internet. Die unterschiedlichen Datenvolumen und Laufzeiten kann man über die App Airalo buchen. Für 3 GB in einem Zeitraum von 30 Tagen zahlten wir 8 USD. Nachbuchungen für mehr Datenvolumen wären jederzeit möglich gewesen.

Die Taxi-Buchung in der App: In der App gebt ihr euer gewünschtes Ziel sowie euren konkreten Abholort ein. Die meisten Hotels verfügten über eigens ausgewiesene Bereiche für die Abholung, welche mit „Uber“ oder „Rideshare“ ausgeschildert waren. Nachdem die Route ausgewählt worden war, konnte man zwischen verschiedenen Fahrtoptionen auswählen: UberX (bis zu vier Personen), UberXL (bis zu sechs Personen), Comfort (neuere Fahrzeuge mit mehr Beinfreiheit), Premium (High-End-Autos) oder Green (Elektro- oder Hybridfahrzeuge). Nach dem Auswählen und Bestätigen wird die Fahrt bestellt. Ein Fahrer in deiner Nähe nimmt diese Buchung an und macht sich dann auf den Weg zu dir. Man erhält dann sofort die Information, wie lange es ungefähr noch dauern wird, bis der Fahrer eintrifft. Zusätzlich kann man den aktuellen Standort des Fahrzeugs auch auf einer Karte in der App mitverfolgen. Nach der Buchungsbestätigung durch einen Fahrer erfährt man dann die Marke seines Autos, sein Kennzeichen sowie seinen Vornamen. In einem kleinen Logo sieht man auch seinen Wagen inklusive der richtigen Autofarbe. Durch die bereitgestellten Informationen konnten wir unsere Fahrer immer sofort finden und sind direkt zu ihren Autos hingelaufen. Es folgte eine kurze Bestätigung beim Einsteigen und los ging die Fahrt.

Die Preise für die Uber-Trips (Preiszusammensetzung und mögliche Preisänderungen): Die Kosten der Uber-Fahrten sind sehr dynamisch und ändern sich minütlich. Dabei geht es immer um das Angebot-und-Nachfrage-Prinzip. Sind gerade viele Uber-Taxis in deiner Nähe und sind die Straßen möglichst frei, so ist deine Fahrt billiger. Wenn aber gerade nur wenige Uber-Autos in deiner Umgebung sind, wird es teurer. Wenn euch der angezeigte Preis zu hoch ist, dann wartet doch einfach noch ein paar Minuten an eurem Abholort und schlagt dann zu, wenn euch der Preis eher zusagt. Ein bisschen kann man das Prinzip mit Aktien vergleichen, die auch täglich ständig im Wert schwanken. Die Preise ergeben sich zudem aus der geschätzten Fahrtdauer und dem aktuellen Verkehrsaufkommen (Stau). In unserem Fall haben sich die angezeigten Tarife bei all unseren Fahrten in Las Vegas nicht geändert und wir haben schließlich immer genau diesen Betrag bezahlt. Gut zu wissen: Spontan ein Uber-Taxi zu buchen ist günstiger als eines zu einer festen Uhrzeit zu reservieren. Da in Las Vegas tausende Uber-Autos im Einsatz sind, wartet man von der Bestellung bis zum Einsteigen ohnehin nur zwischen fünf bis zehn Minuten. Wir haben für zehn Fahrten mit Trinkgeld umgerechnet 140,83€ bezahlt, also durchschnittlich 14,83€ pro Einzelfahrt. (Das hört sich viel an, aber in Las Vegas ist alles extrem teuer. Da kostet ein Sandwich 15 USD, und für vier Kugeln Eis zahlten wir 23 USD.)

Nach jeder Uber-Fahrt erhält man eine Rechnung in der App, die man sich als PDF herunterladen kann. In Einzelfällen steht sogar dabei, wie sich der Preis zusammensetzt. Hier ein Beispiel aus Miami: Fahrpreis 22,41 USD + Snapper Creek 82nd Ave 0,23 USD + Shula Expressway 103rd Ave 0,23 USD + Snapper Creek 89th Ave 0,23 USD + Shula Expressway 116th 0,23 USD + Buchungsgebühr 12,32 USD + Trinkgeld 5,54 USD. An diesem Exempel sieht man, dass mitunter noch Gebühren für spezielle Mautstraßen hinzukommen können. Diese werden bereits im Fahrpreis mit angezeigt und ihr erlebt keine bösen Überraschungen im Nachhinein. Allerdings erhielten wir zu der oben genannten Fahrt erst später die folgende Information: “Gute Nachrichten: Dir wurde ein Teil des ursprünglichen Vorab-Fahrpreises für diese Fahrt erstattet, da sich die voraussichtliche Route geändert hat.” Soll heißen: Im Nachhinein kann es noch zu Preisänderungen zu euren Gunsten kommen, sodass ihr Geld zurückbekommt. Dass man aber mehr bezahlen muss, weil die Fahrt doch länger gedauert hat, haben wir bisher kein einziges Mal erlebt. Ihr seid also auf der sicheren Seite!

Die Bezahlung und das Trinkgeld: Die Bezahlung erfolgte in unserem Fall über eine hinterlegte Kreditkarte in der App. Darin konnte man auch direkt auswählen, ob und wie viel Trinkgeld man dem Fahrer geben wollte. Während er vom Gesamtpreis noch eine hohe Provision an Uber zahlen muss, darf er das “Tip” zu 100% behalten. Eine Barzahlung des Fahrpreises und des Trinkgeldes wäre übrigens auch möglich gewesen. In den meisten Fällen gaben wir 15% Trinkgeld über die App, selten war es auch mehr. Bei höheren Fahrpreisen und längeren Strecken konnte man kein prozentuales Trinkgeld mehr auswählen, sondern nur noch Dollarbeträge.

Die Stornierung von Fahrten: Einmal wollten wir eine Fahrt stornieren, da die Fahrerin erst ihren ersten Uber-Arbeitstag hatte und wir noch zu lange auf sie warten mussten. Hierfür hätten wir in unserem Fall über 6 USD Storno-Gebühren zahlen müssen, woraufhin wir die Annullierung abbrachen. Außerdem hätten wir auch den Grund für unsere Absichten angeben müssen. Stornierungen bei Uber sind demnach leider gebührenpflichtig, auch wenn ein Fahrer noch weit von dir entfernt ist.

Das Bewertungssystem: Außerdem konnte man seinen Fahrer noch in der App bewerten, ähnlich wie bei Google oder TripAdvisor. Er sieht dabei nicht, von wem welche Rezension kommt. Genauso dürfen die Chauffeure auch ihre Fahrgäste bewerten. Auch wir als Gäste sehen nicht, wer uns wie beurteilt hat. Und das ist das Kuriose: Wir haben in Las Vegas insgesamt neun 5-Sterne-Bewertungen und eine 1-Stern-Bewertung erhalten (mehr dazu weiter unten). Zur Sicherheit der Gäste und der Fahrer werden die Bewertungen erst mehrere Tage (oder sogar Wochen) nach der Fahrt angezeigt. In unserem Fall dauerte es in Miami deutlich länger als in Las Vegas, bis wir diese einsehen konnten.

Weitere Specials in der App: Unter dem Punkt „Aktivität“ kann man all seine vergangenen Fahrten inkl. Details (Route, Fahrer, Autokennzeichen, Preis) einsehen. Und einmal trug M auch seine Apple Watch während einer Uber-Fahrt am Handgelenk. Gleich beim Einsteigen zeigte die Uhr schon an, dass er sich bitte zu seiner eigenen Sicherheit anschnallen sollte. Diesen Hinweis erhielt er nur über die Watch, aber nicht über sein Smartphone.

Die Uber Safety Line und weitere Sicherheitshinweise (u.a. zum Spring Break): Sobald ein Trip die ausgerechnete Fahrtzeit deutlich überschreitet und eure Verbindung in der App kurzerhand abreißt, erhaltet ihr einen Sicherheitsanruf von Uber aus San Francisco. So erging es uns auch einmal. Man hätte bei diesem Anruf über die Tasten auswählen können, ob alles in Ordnung ist oder ob man mit einem Uber-Mitarbeiter verbunden werden möchte. In unserem Fall steckten wir nur in der Rush Hour in Miami fest. Außerdem erhielten wir während des Spring Break in Miami noch weitere Sicherheitshinweise von Uber per E-Mail. Ebenfalls positiv ist, dass euer Uber-Fahrer niemals euren Nachnamen, eure Telefonnummer, eure Bewertung für ihn und euer Profilbild sieht. Uber setzt also alles daran, die Sicherheitsstandards möglichst hochzuhalten.

Die Uber-Fahrer: Um als Uber-Fahrer arbeiten zu können, muss man gewisse Voraussetzungen erfüllen und sich offiziell bei dem Dienstleistungsunternehmen anmelden. Erhält ein Chauffeur zu viele schlechte Bewertungen seiner Gäste, so wird er von Uber gesperrt und darf nicht mehr für den Anbieter arbeiten. Wir selbst nutzten die App zehnmal in Las Vegas und fünfzehnmal in Miami mit jeweils unterschiedlichen Fahrern. Fast alle von ihnen fuhren anständig und verantwortungsbewusst. Nur einer legte einen seltsamen, etwas rücksichtslosen Fahrstil an den Tag und eine weitere war an ihrem ersten Uber-Arbeitstag komplett überfordert. Zudem konnten viele kein Englisch sprechen, was uns aber nicht weiter störte. Im Großen und Ganzen waren wir also sehr zufrieden mit unseren zufällig zugeteilten Chauffeuren.

Arbeiten für Uber in Las Vegas: Einer unserer Uber-Fahrer erzählte uns, dass er in Las Vegas pro 40-Stunden-Woche 1000 USD netto erwirtschafte. Ist man also vier Wochen lang im Einsatz, bekommt man am Ende des Monats 4000 USD netto ausbezahlt. Alle Fahrer sind selbstständig und nutzen nur die Dienstleistungsapp; hierfür müssen sie gewisse Prozente an das Unternehmen entrichten. Sie entscheiden selbst, wie viel und wann sie arbeiten möchten. Unser Uber-Fahrer war selbst zehn Monate lang wöchentlich 40 Stunden tätig und nahm sich dann zwei Monate unterm Jahr frei. Sein Jahresverdienst lag somit bei 40.000 USD netto. Dem gegenüber stehen 1500 USD Miete pro Monat. Das Leben an sich sei in den Randgebieten der Stadt nicht teuer und viele Amerikaner kämen extra nur zum Geldverdienen in die Sin City. Sogar ausländische Chauffeure, beispielsweise aus Mexiko oder Japan, wittern dort das große Geschäft. Zudem zahlt man in Las Vegas als Einheimischer nur wenig Steuern, sodass es sich lohnt, dort als Uber-Fahrer zu arbeiten. Übrigens nutzen sie alle ihre privaten Autos dafür und viele konnten bereits mehrere Tausend Fahrten nachweisen, wie man in der App nachlesen konnte.

Die Vorteile von Uber in Las Vegas

Je mehr Uber-Autos in einer Stadt unterwegs sind, desto besser funktioniert dieses ganze Buchungssystem. Noch vor der Corona-Pandemie waren 7751 Uber-Fahrer und 6068 Lyft-Autos in Las Vegas registriert (Quelle: reviewjournal.com). Das hat den Vorteil, dass man nie lange auf einen Chauffeur warten muss. Du schnippst einfach mit dem Finger (bzw. forderst einen Uber an) – und zack: da ist er auch schon. Unkomplizierter und einfacher geht es nicht. Zum Vergleich: Wir haben die Applikation mal am Münchner Flughafen geöffnet und uns wurde kein einziger Uber-Fahrer weit und breit angezeigt. Hier hätte das also nicht so einfach funktioniert.

Des Weiteren sind die großen Hotels sehr Uber-freundlich und haben sogar ihre eigenen Abholpunkte. Im Paris Las Vegas Hotel war “Uber” beispielsweise am Hinterausgang ausgeschildert und leicht auffindbar. In dem extrem großen Venetian Resort Hotel gab es auch einen eigenen Bereich für Uber (und sogar für UberEats für Essenslieferungen). Diesen haben wir aber nicht so problemlos gefunden, weil das Hotel grundsätzlich viel zu unübersichtlich angelegt war.

Unsere lustigsten, kuriosesten und interessantesten Uber-Fahrten in Las Vegas

Manchmal liest man in den Medien oder in anderen Online-Portalen von besonders lustigen, unterhaltsamen oder interessanten Uber-Fahrten. Auch wir können in dieser Hinsicht nun mitreden und wollen euch von unseren Erlebnissen erzählen:

Unterhaltung pur im Star-Wars-Auto

Die erste lustige Fahrt erlebten wir auf dem Weg von der Fremont Street zurück zu unserem Hotel, dem Paris Las Vegas. Relativ spät abends holte uns ein glatzköpfiger Star-Wars-Fan mit Zylinderhut mit seinem lustigen Auto ab, das komplett mit Star-Wars-Stickern beklebt war. Auf der Motorhaube befand sich sogar der Kopf des R2-D2 Roboters aus dem Film. Im Auto selbst gab es in der Mitte der Rücksitzbank eine Snackbox, an der man sich bedienen konnte. Chips, Schokoriegel und kleinere Getränke standen beispielsweise zur Auswahl. In den hinteren Fächern der Vordersitze schauten sogar noch ein Spiegel, ein Massageroller, ein Ventilator und ein Handyladekabel heraus, die man allesamt hätte nutzen können. Mehr Entertainment ging nicht! (Und natürlich steht es außer Frage, dass sich solche Uber-Fahrer besonders viel Trinkgeld erhoffen.)

Die Schleichwege-Queen: Nur Beamen wäre schneller gewesen

Aufgrund des schlecht ausgebauten öffentlichen Verkehrsnetzes sind die Straßen in Las Vegas immer verstopft. So nutzen die Einheimischen fast nur ihre eigenen Autos, und die Touristen greifen auf billige Uber-Taxis zurück. Teilweise braucht man halbe Ewigkeiten, um von einem Ort zum anderen zu gelangen. Zu unserer Reisezeit gab es sogar noch eine Großbaustelle vor dem Venetian Resort, weil die Straße für den anstehenden Formel-1-Wettkampf neu asphaltiert werden musste. Äääätzend! Aber für unsere Schleichwege-Queen, eine Uber-Fahrerin, war das alles gar kein Problem. Sie kannte Las Vegas wie ihre Westentasche und fuhr mit uns nur unbekannte Geheimwege hinter und zwischen den Hotels entlang. Teilweise waren das kleine Nebenstraßen, die eigentlich nur für den Lieferverkehr zugelassen waren. Durch ihre hervorragenden Ortskenntnisse kamen wir trotz der überfüllten Hauptstraßen schnell an unser Ziel. Zusätzlich gab es in ihrem Auto noch ein Tablet, an dem die Mitfahrer hätten verschiedene Spiele spielen oder sich anderweitig unterhalten lassen können. Auch verschiedene Handyladekabel standen zur Verfügung – schließlich will man den Kunden ja auch etwas Einzigartiges bieten.

Unsere erste Fahrt im Tesla

Teslas erfreuen sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit. Und viele Menschen fragen sich, wie das autonome Fahren in so einem fahrenden Zauberkasten wohl funktioniert. Nichtsahnend bestellten wir uns also ein ganz normales Uber-Taxi der günstigsten Kategorie UberX, um zum Allegiant Stadium zu fahren. Plötzlich stand da ein weißer Tesla vor uns, der für uns bestimmt war. Oh, ein Tesla…. wie cool – und ab ging die wilde Fahrt! Als wir dem Uber-Fahrer mitteilten, dass es die allererste Tesla-Fahrt in unserem Leben sei, erklärte er uns das Auto mit all seinen Besonderheiten und fuhr streckenweise sogar autonom. Das muss er übrigens immer machen, wenn er Tesla-Neulinge an Bord hat, wie er uns stolz berichtete.

Der Schlechtbewerter und unsere unergründliche 1-Stern-Rezension

“Fast jeder Uber-Fahrgast hat eine 1-Stern-Bewertung und weiß es nicht”, lasen wir kürzlich im Internet. Hierzu gab es sogar ein eigenes TikTok-Video, das die Gemüter der App-User erhitzte. Ja, auch wir gehören nun dazu. Irgendein Fahrer hat uns aus völlig unbekannten, unerklärlichen Gründen eine 1-Stern-Bewertung gegeben. In der App bekommt man den Chauffeur und die Fahrt zu den jeweiligen Bewertungen leider nicht angezeigt, sondern sieht nur die Anzahl der 1-Stern-, 2-Sterne- oder 5-Sterne-Rezensionen.

Ein Uber-Fahrer erzählte uns sogar noch von seinen schrecklichsten Fahrgästen: sturzbetrunken, aggressiv, auf dem Weg zum Bordell (“Besorg mir eine Hure!” fordernd) etc. Von all dem waren wir um Welten entfernt. Wir haben beim Einsteigen immer freundlich gegrüßt, uns immer dankbar und höflich verabschiedet, haben immer die 20% Trinkgeld gegeben (in bar oder über die App), haben manchmal netten Smalltalk gehalten, haben uns jederzeit anständig benommen, haben das Auto nicht dreckig hinterlassen, haben nicht hineingekotzt, haben die Fahrer nie lange warten lassen oder ähnliches. Und so werden wir also in unserem ganzen Leben niemals den Grund für diese Bösartigkeit erfahren. – Wir selbst haben übrigens ausnahmslos alle Fahrer mit fünf Sternen bewertet.

***

Weitere skurrile Erlebnisse aus Miami findet ihr weiter unten in diesem Artikel.

Alternativen zu Uber in Las Vegas: Busse, die Monorail, teure Taxis und Lyft

Busse: Der Deuce on the Strip und der Strip Downtown Express (SDX)

Hier findet ihr die wichtigsten Informationen zu den Buslinien in Las Vegas:

  • Der “Deuce on the Strip” wird vom “Regional Transportation Committee” betrieben.
  • Der Deuce verkehrt zwischen der Fremont Street im Norden und dem South Strip Transit im Süden.
  • Der Deuce fährt 24 Stunden. Zwischen 7:00 Uhr morgens und 1:00 Uhr nachts kommt er alle 10-15 Minuten. Außerhalb dieses Zeitraums fährt der Bus im 20-Minuten-Takt.
  • In der Vergangenheit gab es noch einen zusätzlichen Express Bus (“Strip Downtown Express” = SDX), welcher während der Coronazeit ausgesetzt und bislang nicht wieder reaktiviert wurde (Stand: Mai 2023).
  • Für den Deuce gibt es einen 2-Stunden-Pass, einen 24-Stunden-Pass sowie einen 3-Tages-Pass. Für Veteranen, Studenten, Jugendliche, Senioren und Menschen mit Behinderungen werden Spezialtarife angeboten. Einheimische zahlen weniger als Touristen.
  • Neben dem beliebten Deuce verkehren noch weitere Busse abseits des Strips.

Quellen: RTCWS: Stationen und Fahrpreise

Die Einschienenbahn Monorail

Das solltet ihr über die Monorail wissen:

  • Die Monorail hält an sieben verschiedenen Stationen entlang des berühmten Las Vegas Boulevards (Strip).
  • Sie fährt alle 4-8 Minuten.
  • Am Montag verkehrt sie zwischen 07:00Uhr morgens bis 00:00Uhr. Von Dienstag bis Donnerstag fährt sie zwischen 07:00Uhr morgens und 02:00Uhr nachts. Von Freitag bis Sonntag kann man sie zwischen 07:00Uhr morgens und 03:00Uhr nachts nutzen.
  • Eine Fahrt kostet 5USD, das 24-Stunden-Ticket kostet aktuell 13,45 USD. (Stand: Mai 2023)

Quellen: Monorail-Stationen und aktuelle Preise der Monorail

Teure Taxis und die Uber-Konkurrenz Lyft

Zusätzlich fahren noch die gewöhnlichen, teuren Taxis sowie die Uber-Konkurrenz Lyft durch Las Vegas. Mit diesem Anbieter waren wir selbst aber nicht unterwegs.

Update: Unsere Uber-Erfahrungen in Miami und Miami Beach

Aufgrund der positiven Erfahrungen mit dem Diensteanbieter im vergangenen Jahr in Las Vegas und des spärlich ausgebauten öffentlichen Verkehrsnetzes in Miami nutzten wir auch dort erneut Uber, nämlich ganze fünfzehnmal. Im Folgenden berichten wir euch über unsere neuesten Erfahrungen.

Stau, Stau, Stau

Miami, Miami Beach und Fort Lauderdale sind wahrliche Autostädte, weil die öffentlichen Verkehrsmittel dort auch nur suboptimal ausgebaut sind. Wenn die über sechs Millionen Einwohner aus der gesamten Metropolregion um Miami sich fortbewegen, ist der alltägliche Stau schon vorprogrammiert. Auch wir standen mitunter ganze Ewigkeiten in langen Autoschlangen, was in Miami auch an der Klappbrücke zwischen den Stadtteilen Downtown und Brickell lag, die immer wieder den Weg für vorbeiziehende Schiffe und große Boote frei machen musste. Unser Tipp: Plant bei euren Uber-Buchungen 1. mit ein, dass der Anfahrtsweg für die Fahrer etwas länger dauern könnte. 2. Solltet ihr auch mit längeren eigenen Fahrten rechnen. Wenn ihr wichtige Termine habt oder zum Flughafen müsst, dann bestellt euch euren Uber-Trip am besten schon sehr frühzeitig.

Der Uber-Neuling: Stornierung, Anruf aus dem Gefängnis & die Uber Safety Line

Einmal wollten wir uns von der Dolphin Mall zurück zu unserem Hotel nach Brickell fahren lassen. Eine neue Uber-Fahrerin, die noch zehn Minuten von uns entfernt war, bestätigte die Fahrt. Dass es ihr erster Tag war und sie bisher nur acht Bewertungen erhalten hatte, sahen wir erst nach der Buchung. Während der Wartezeit überlegten wir schon, die Fahrt zu canceln, doch das hätte uns über 6 USD gekostet. Soll heißen: Das Stornieren bei Uber ist nicht kostenlos. Also Augen zu und durch! “Jeder Uber-Fahrer hat mal klein angefangen”, dachten wir uns noch.

Die anschließende Fahrt mit dem Neuling hätte skurriler nicht sein können. Sie war extrem nervös und hektisch. Als wir dann in die Rush Hour hineinkamen, verlor sie komplett die Nerven. Sie fluchte die ganze Zeit und wollte mit niemandem reden. Die ganze Zeit über klingelte ihr Handy, das sowohl sie als auch uns nervte. Sie drückte die Nummer immer wieder weg. Im Laufe der gesamten Fahrt rief diese mindestens zehnmal an – und genauso oft lehnte die Fahrerin diese Nummer ab. Das Seltsame: Der Anrufer war unter dem Namen “Prison/Jail” (dt. “Gefängnis”) eingespeichert. Was zum Teufel war da los? Rief ihr Freund oder Mann sie aus dem Gefängnis an? Rief das Gefängnis an, um sie über die Festnahme eines Nahestehenden zu informieren?! Oder speicherte sie ihr eigenes Zuhause ironischerweise nur als “Prison” ein, weil sie es als so schlimm empfand? Wir wissen es nicht! Genervt drückte sie den Anrufer immer wieder weg und sagte uns dann, dass sie uns nur noch an unserem Hotel abliefern und bis dahin mit NIEMANDEM mehr reden möchte.

Da wir sehr lange mitten im Stau feststeckten, riss irgendwann unsere eigene Verbindung in der Uber-App kurzzeitig ab. Plötzlich rief uns eine Nummer aus San Francisco an: es war die Safety Line von Uber. Das war ja krass! Sobald die App merkt, dass die Fahrt länger dauert oder die Verbindung abreißt, erhält man noch währenddessen einen Anruf von Uber! Wir gingen aber nicht ran und hörten erst im Nachhinein unsere Mailbox ab. Man hätte über die Tastenkombination auswählen können, ob alles in Ordnung sei oder man direkt mit einem Uber-Mitarbeiter verbunden werden möchte.

Mitten im Stau änderte Uber dann noch die Navi-Richtung, sodass wir uns verfuhren und die Fahrt sogar noch länger dauerte. Zwischendrin rief immer wieder die Gefängnisnummer an und unsere Fahrerin wurde von Sekunde zu Sekunde immer genervter, was sie sich auch deutlich anmerken ließ. Je länger dieser Trip dauerte, desto skurriler wurde er. Mein lieber Mann gab ihr trotz des Desasters die vollen fünf Sterne, weil der Stau auch nicht ihre Schuld war und weil sie ihren ersten Uber-Arbeitstag hatte.

Nachtrag: Über zwei Wochen später sehen wir nun in der App, dass sich die Fahrerin wieder abgemeldet und keine weiteren Fahrten mehr für Uber abgeleistet hat. Bei ihrer Impulsivität und Genervtheit ist es wohl für alle Beteiligten das Beste!

Extrem schwankende Preise aufgrund äußerer Umstände

An einem Vormittag ließen wir uns von Brickell in Miami bis zum Ocean Drive in Miami Beach fahren. Das Ganze sollte uns 36,03 USD kosten. Für die gleiche Strecke in umgekehrter Richtung bezahlten wir dann am Abend allerdings viel weniger, nämlich 19,36 USD. Grund für die starken Preisschwankungen für dieselben Routen ist der Verkehr, der mal mehr und mal weniger Zeit in Anspruch nehmen kann.

Geld zurück nach der Fahrt wg. Routenänderung

Einmal buchten wir auch eine Fahrt und erhielten im Anschluss die Nachricht, dass sich der Preis nachträglich zu unseren Gunsten geändert hätte, “da sich die voraussichtliche Route geändert hat.” Also bekamen wir über die App noch ein kleines Sümmchen zurückerstattet. Den gegensätzlichen Fall, dass Uber plötzlich mehr Geld berechnen wollte, haben wir zum Glück noch nie erlebt, auch wenn wir in Miami ständig lange im Stau standen.

Eingeklemmte Gurte und fehlende Englischkenntnisse

Mitunter kam es in Miami vor, dass die Sicherheitsgurte hinten auf der Rücksitzbank allesamt nicht sichtbar waren und man sie auch nicht finden konnte. Es könnte sein, dass diese eingeklemmt waren und man sie nur hätte herausziehen können, wenn man dafür die ganze Rücksitzbank umgeklappt hätte. In einem solchen Fall konnten wir natürlich keine vollen Sterne vergeben. Sobald man aber vier und weniger Sterne in der App anklickte, musste man gleich auch den Grund hierfür auswählen.

Zudem sprachen viele kubanische Uber-Fahrer in Miami kein einziges Wort Englisch. Selbiges erlebten wir auch in Las Vegas. Obwohl wir uns dann die ganze Zeit anschwiegen, gaben wir ihnen dennoch volle Punktzahl in der App.

Unser Fazit: Lohnt sich Uber in Las Vegas und Miami?

Zuverlässig, unkompliziert, übersichtlich, absolut transparent und mit fairen Preisen… Uber ist einfach super! – Das ist unser allgemeines Fazit zu dem Fahrdienst in Las Vegas und Miami. Für uns war es eine sehr komfortable Art und Weise, sich in der Großstadt über größere Distanzen fortzubewegen. Man war bei der Buchung sehr flexibel und konnte jederzeit spontan ein Auto buchen, ohne lange warten zu müssen. Außerdem waren wir bei der Wahl der Start- und Endpunkte wesentlich flexibler als die Buslinien, und mussten uns nicht nach irgendwelchen vorgeschriebenen Abfahrtszeiten der öffentlichen Verkehrsmittel richten. Neben den genannten Punkten gab es noch den Überraschungsfaktor bei jeder Uber-Bestellung. Man wusste vorher nie, was man bekommt und was einen erwartet. Im Großen und Ganzen können wir euch Uber also uneingeschränkt weiterempfehlen.

Nachtrag aus Fort Lauderdale: Einmal nahmen wir uns ein gewöhnliches Taxi in Fort Lauderdale am späten Abend, weil wir zu diesem Zeitpunkt noch keine internationale SIM-Karte für die USA aktiviert hatten. Der verhandelte Preis lag zunächst bei 25 USD. Allerdings verpasste der Fahrer dann mit Absicht mehrere Ausfahrten und drehte mit uns Extrarunden, um die Kosten in die Höhe zu treiben. Am Ende standen über 42 USD auf seinem Taxameter, die wir nicht bereit waren zu bezahlen. Wir einigten uns dann auf 30 USD, andernfalls hätten wir die Polizei aufgrund des Betrugs gerufen. Da sieht man wieder: Gewöhnliche Taxifahrer können einem derart das Geld aus der Tasche ziehen, wenn man selbst nicht richtig aufpasst. Mit Uber wäre uns das definitiv nicht passiert. Aktiviert also lieber sofort eure virtuelle SIM-Karte am Flughafen nach der Landung und bucht lieber gleich einen Uber, um von Anfang an eine gewisse Preissicherheit zu haben.

Links und Quellen:

eigene Erfahrungen vor Ort in Las Vegas im April 2023 (zehn Fahrten)

eigene Erfahrungen vor Ort in Miami im April 2024 (15 Fahrten)

Screenshots mit eigenen Daten aus unserer Uber-App

Monorail-Stationen und aktuelle Preise der Monorail

RTCWS: Stationen und Fahrpreise

reviewjournal.com

Hinweis in eigener Sache: Dieser Artikel ist aus freien Stücken entstanden und es besteht keine Kooperation mit Uber. Wir haben sämtliche Fahrten selbst bezahlt.

Letztes Update: April 2024

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USA: Unsere Erfahrungen mit Uber in Las Vegas und Miami (2024)

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